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Motorradtour Südtirol 2007
Tour 1 über Würzjoch, Pordoi-Joch und Karerpass

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An den langen Wochenenden in der Vorsaison, und natürlich in der Haupturlaubszeit erst recht, sind die großen Dolomitenpässe häufig stark verkehrsbelastet. Dabei sind die vielen Motorradfahrer noch das kleinste Problem, Viel ätzender ist es, wenn man statt flüssig einen Pass hoch zu wedeln sich ständig in den Dieselrußfahnen von Bussen und Wohnmobilen wieder findet. Aber zum Glück gibt es auch in Südtirol sehr viele schöne Nebenstrecken auf denen Busse und Wohnmobile nicht fahren können und dürfen und auf denen auch sonst nur wenig Verkehr herrscht.

Erdpyramiden bei Lengmoos

Die Erdpyramiden aus der Ferne fotografiert.

Eine solche Strecke ist die sog. Ritten-Straße, die von Bozen über Klobenstein nach Lengmoos und dann weiter über Lengstein nach Barbian führt. Genau diese Richtung schlagen wir nach einem sehr reichhaltigen Frühstück ein und kommen gleich hinter Lengmoos in den Genuss, einen Blick auf die (mehr oder weniger) berühmten Erdpyramiden werfen zu können.

Da wir uns Parkgebühr und Eintrittsgeld sparen wollen, bewundern wir das Naturschauspiel nur aus der Ferne und genießen dafür lieber das wunderschöne, schmale und vor allem leere Sträßchen, das sich entlang des Ritten nach Norden schlängelt. Dabei genießen wir herrliche Ausblicke über das Eisack-Tal, in dem sich auf der Brenner-Bundesstraße, der Autobahn und der Bahnstrecke der Verkehr wälzt.

In Barbian angekommen folgen wir der Vorfahrstraße über mehrere Kehren hinunter nach Waidbruck. Hier müssen wir kurz auf die Bundesstraße, aber zum Glück nur für ein paar hundert Meter. Dann folgen wir der Ausschilderung nach Kastelruth, die uns auf die inzwischen sehr gut ausgebaute SP 24 führt. Weil wir es etwas abendteuerlicher lieben, biegen wir nach etwas mehr als drei Kilometern rechts ab und fahren über ein winziges Sträßchen nach St. Oswald und weiter nach Seis. Hier ist außer uns praktisch niemand unterwegs und wir können uns den Ritten, an dem wir vorhin entlang gefahren sind, nun aus der Ferne anschauen.

In Seis tauchen wir in den Touristenverkehr ein, der hier zwischen Völs am Schlern und Sankt Ulrich im Grödental hin und her flutet. Mindestens genau so viel los ist auf der SS 242 auf die wir im Grödental stoßen. Um so ruhiger ist dafür wieder das Sträßchen zwischen Sankt Peter und Lajen. Und auch von dort nach Gudon sind wir praktisch alleine unterwegs.

Sicht auf Gudon Blick auf Klausen

Kurz vor Gudon windet sich die schmale Straße am Berg entlang während im Eisacktal der Verkehr flutet.

Leider verwehrt und eine Baustelle die Abfahrt die von Gudon direkt hinunter ins Villnößtal führt. Aber auch die Strecke hinunter ins Eisacktal ist schön zu fahren. Und dank einer zwischen Autobahn und Eisenbahn gequetschten Verbindungsstraße entgehen wir trotzdem dem Verkehr auf der SS 12.

Auf der gut ausgebauten und kurvigen Straße durchs Villnößtal geht es jetzt recht flott dahin, so dass uns die knapp neun Kilometer bis Sankt Peter sehr kurz vorkommen. Hier verlassen wir das Tal und folgen der Ausschilderung zum Würzjoch. Eine sehr schmale Durchfahrt zwischen der Kirche und einem Gasthaus garantiert, dass die folgende Strecke frei von Bussen und großen Wohnmobilen ist. Alles was breiter als ein VW-Bus ist kommt hier nicht durch. Dafür müssen wir mit vierbeinigen Rindviechern auf der Straße rechnen, da diese teilweise durch Weidegebiet führt.

Plötzlich hören die Weiden auf und die Straße schlängelt sich dicht an einer Felswand entlang. Hier ist Vorsicht geboten, da die Fahrbahn wegen der ständigen Felserosion sehr sandig und damit rutschig ist. Kurz hinter dieser Stelle biegen wir links ab und fahren, am Plose vorbei, Richtung Brixen. Allerdings nur bis Stankt Andrä, schließlich wollen wir uns aus dem Verkehr heraus halten. Daher biegen wir in Stankt Andrä rechts nach Sankt Leonhard ab und erfreuen uns wieder an einem sehr schmalen Sträßchen, auf dem praktisch kein Verkehr herrscht. Weswegen wir auch jede Menge Zeit haben, die herrliche Aussicht auf Brixen zu genießen.

Zwischen St. Andrä- und St. Leonhard Blick auf den Dom in Brixen

Von der schmalen Straße zwischen St. Andrä und St. Leonhard eröffnen sich herrliche Blicke auf Brixen.

Kurz nach Sankt Leonhard erreichen wir die Lüsen-Straße und folgen dieser rechts herum. Kurz nach der Ortschaft Lüsen wird aus der bis dahin recht breiten und gut ausgebauten Strecke ein geteerter Waldweg, der sich mit dem wildromantischen Lüsenbach eine zum Teil recht enge Schlucht teilt. Vorsicht ist auf dieser Straße vor allem bei den Überfahrten über die Holzbrücken geboten, mit denen der Bach überquert wird.

Luesenbach

Das wildromantische Lüsen-Tal

Pause am Luesenbach

Bei so wenig Verkehr ist die Laune bestens!

Am Ende des Lüsen-Tals biegen wir wieder links in auf die Straße hinauf zum Würzjoch ab. Schließlich haben wir uns eine längere Pause verdient, und die kann man im Almgasthof “Ütia de Börz” durchaus genießen. Und das, obwohl sich hier oben doch sehr viele Auto- und Motorradfahrer versammelt haben.

Würzjochhaus

Früher eine Hütte, heute ein 3-Sterne-Hotel!

Peitlerkofel

Der Peiterkofel versteckt seinen Gipfel in den Wolken.

Leider ist der Himmel heute sehr bedeckt und verhindert daher die ansonsten sehr spektakuläre Aussicht auf die vielen Alpengipfel die man normalerweise von hier aus sieht. Deshalb fällt die Pause kürzer aus als geplant und nach einer Tasse Kaffee (je nach Gusto auch Espresso oder Cappuccino) geht es auf der Ostseite des Würzjoch über die kehrenreiche aber gut ausgebaute Straße hinunter nach St. Martin in Thurn. Hier treffen wir auf die leider sehr verkehrsreiche SS 244, die uns nach Abtei und weiter nach Kufar am Fuße der Sella-Gruppe bringt.

Kehren am Pordoijoch

So leer ist die Auffahrt zum Pordoijoch nur selten!

Inzwischen hat es angefangen zu Regnen, weshalb wir uns bei einem Tankstop entsprechend einkleiden. Da die Wolken auf der Nordseite des Sella-Massivs wesentlich dunkler aussehen als Richtung Süden fahren wir über den Passo di Campolongo nach Arabba.

 Und tatsächlich hört noch vor der Passhöhe der Regen wieder auf. So könnten wir eigentlich die folgenden 33 Kehren hinauf zum Passo Pordoj richtig genießen ... aber leider verhindern das ein Bus, mehrere Wohnmobile, unzählige Motorräder und jede Menge Fahrradfahrer. Da hilft nur eine kurze Pause, die wir zudem dazu nutzen die Regenklamotten wieder los zu werden.

Nach ein paar Minuten hat sich der “Stau” aufgelöst und auch wenn wir die Straße nicht für uns alleine haben, genießen wir die Auffahrt durch die herrlichen Kehren!

Udo am Pordoi-Joch Peter am Pordoi-Joch Uli am Pordoi-Joch

Udo, Peter und Uli kurz vor dem Gipfel des Passo Pordoi.

Auf der Abfahrt nach Canazei halten wir kurz bei einem Motorradfahrer, der eine der Kurven wohl unterschätzt hat und gestützt ist. Da sich aber ein paar Leute mit denen er unterwegs war und eine Krankenschwester, die zufällig in einem von ihm kurz zuvor überholten Auto saß, um ihn kümmerten, können wir nach gleich weiter fahren.

Nachdem wir in Canazei an einer Tankstelle mit Bedienung unsere Spritreserven aufgefüllt haben folgen wir bis Pozza di Fassa der “Großen Dolomitenstraße”. Dann biegen wir rechts ab auf den Karerpass, der hier aber nur als Passo di Castalunga ausgeschildert ist. Sofort wird der Verkehr lichter und so können wir die nicht übermäßig spektakuläre Auffahrt trotzdem genießen.

Kurz nach dem Karerpass biegen wir rechts zum Nigerpass ab, der uns am Fuß des “Rosengarten” genannten Bergmassivs nach Tiers bringen soll. Nach einem knappen Kilometer fängt es aber heftig an zu regnen und so kehren wir, nachdem wir die Regenklamotten wieder übergezogen haben, um und versuchen dem Schauer zu entfliehen.

Da sich die Regenwolken offensichtlich in dem “Rosengarten” festgesetzt haben, hört es kurz nach Welschnofen wieder auf zu regnen und so verlassen wir das Eggental wieder und fahren über Gummer nach Steinegg. Diese Straße ist wieder eine von den wenig befahrenen und so genießen wir die herrlichen Kurven bei wieder trockenem Asphalt. Vor allem die Spitz-kehren von Steinegg hinunter nach Blumau machen so sehr viel Spaß!

Regen am Niger

Jetzt aber schnell die Regenklamotten überziehen!

In Blumau müssen wir uns auf die stark befahrene SS 12, die sog. Brenner-Bundesstraße einfädeln. Da ist als Linksabbieger garnicht so einfach. Deshalb mache ich mich auch keine großen Gedanken, als ich nach dem Abbiegen erst mal alleine bin. Nach ein paar Kilometern finde ich es dann aber doch seltsam, dass Peter, Udo und Uli immer noch nicht aufgeschlossen haben. An dem Kreisel, an dem wir die SS 12 wieder verlassen wollen bleibt mir nichts anderes übrig, als auf die drei zu warten.

Nach ein paar Minuten kommt Udo recht langsam angefahren und erzählt, dass er die anderen beiden seit Blumau nicht mehr gesehen hat. Also fahre ich mit einem mulmigen Gefühl im Bauch und Unfallgedanken im Kof zurück und bin schon fast wieder in Blumau, als mir Peter und Uli entgegen kommen. Nachdem ich an geeigneter Stelle gedreht habe, hole ich sie schnell wieder ein und nachdem wir Udo aufgesammelt haben, geht es erst Richtung Bozen und dann hinauf auf den Ritten.

Nach der Ankunft im Motorradstadel "Moarhof" klärt sich die Sache auf. Uli hatte schon vorher nach einem Laden gefragt, in dem er Tabak kaufen kann. Da er just in Blumau, direkt nach der Abbiegung, so einen Laden entdeckt hatte, haben er und Peter dort einen kurzen Stop eingelegt. Dass sie mir damit einen riesigen Schrecken einjagen, haben sie natürlich nicht gedacht. Bei einem gemeinsamen Bierchen und einem sehr guten Abendessen ist die Aufregung aber schnell vergessen und die Gespräche drehten sich nur noch um die tolle Tour, die wir hinter uns gebracht haben.

Peter dasFlaschenkind

Während Peter das Bier lieber trinkt, ...

Inovative Bierkühlung

... nutzt Uli es als Kühlung für einen Mückenstich.

Südtirol 2007

Anreise

Tour 1

Tour 2

Heimreise

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