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Zwischen Veltin und Val Córteno - Passo del Mortirolo

Die hier beschriebenen Passstraßen sind in vielen offiziellen Karten nicht oder nur unvollständig eingezeichnet. Und selbst in den neuesten GPS-Daten fehlen wichtige Teile dieses Netzes aus ehemaligen Militärsträßchen. Auch ich bin nur durch Zufall, nämlich während einer Giro d´Italia-Übertragung, auf den Passo del Mortirolo, den Passo della Foppa, und den Passo di Guspessa gestoßen.

Um keine Probleme mit einem Copyright zu bekommen, hier nur der Link zur einer Karte der Gegend.
Und hier findet ihr die Trackdaten für Mortirolo und Guspesa im kml-Format für das Programm GoogleEarth.

Auffahrt zum Mortirolo02

Der Mortirolo gilt bei den Radfahrern als einer der schwersten Alpenpässe und das, obwohl er eigentlich gar nicht tatsächlich überquert wird. Er liegt nämlich etwas abseits der geteerten Straße nur einige Meter nördlich vom Foppa entfernt auf einem ungeteerten Weg. Trotzdem ist sowohl am nördlichen Startpunkt in Mazzo als auch am südlichen Ende in Monno jeweils nur der Mortirolo aus- geschildert und auch beim Giro d´Italia spricht man von der Überquerung des Passo del Mortirolo.

Da der Beginn der Passstraße in Mazzo di Valtellina auf 552 Meter, die Passhöhe, wie immer man sie nun nennen mag, aber auf 1852 Meter liegt, sind immerhin 1300 Höhenmeter zu überwinden. Was bei einer Streckenlänge von nur 12,6 Kilometern zu Steigungen von häufig um die 20% führt. Noch dazu ist das Sträßchen ziemlich schmal, weshalb für Motorradfahrer vor allem die sehr steilen und engen Kehren eine Herausforderung darstellen.

Ebenfalls eine Herausforderung stellt es dar, in Mazzo die Auffahrt zum Mortirolo zu finden. Die Ausschilderung ist sehr schlecht und der Ort eng und verwinkelt.

Links: zwischen Mazzo di Valtelilna und dem Passo del Mortirolo ist die Straße sehr eng und unübersichtlich ... aber wunderschön zu fahren!

Die Strecke verläuft bis kurz vor Erreichen der Passhöhe hauptsächlich im Wald und ist daher sehr unüber- sichtlich. Und auch wenn eigentlich sehr wenig Verkehr herrscht, muss man immer mit einem entgegen- kommenden Motorrad, Auto oder sogar Traktor rechnen und entsprechend vorsichtig fahren. Für die Mühen belohnt wird man durch herrliche Ausblicke ins Veltin, auf die Adamello- und die Bernina-Gruppe sowie das Puschlav.

Kurz nach Überquerung der Passhöhe geht rechts die Straße zum Passo di Guspessa ab. Dabei handelt es sich eigentlich mehr um eine Kamm- als um eine Passstraße. Sie schlängelt sich unterhalb des 2449 hohen Cima Cadi auf den 2153 Meter hohen Monte Padrio zu und gibt dabei sehr schöne Blicke auf die alpine Bergwelt frei. Die Höhenunter- schiede, die auf der Strecke zu überwinden sind, sind kaum der Rede wert. Sicherlich eine der schönsten Stellen der Strecke ist der kleine See in der Nähe der Passhöhe.

Rechts: von der Kammstraße eröffnen sich herrliche Blicke ins Veltin.

Unten: der kleine See am Passo di Guspessa.

Alpine Landschaft
Am Guspessa
Abfahrt zur Alpe Donaso

Kurz danach geht es mit einem Gefälle von teilweise 25% und in vielen Kehren über die Alpe Donaso und die kleinen Ortschaften Doverio und Megno hinab zur SS39. Diese Streckenführung ist übrigens auf der oben verlinkten Karte nicht zu erkennen. Und das, obwohl es sich dabei um die beste Karte handelt, die ich von der Gegend finden konnte.

Eine weitere, sehr interessante Strecke führt von Tirano über die kleine Ortschaft Trivigno hinauf zum Passo di Guspessa. Die Straße ist bei weitem nicht so steil und schmal wie die von Mazzo hinauf zum Foppa bzw. Mortirolo, trotzdem hat sie fraglos ihren Reiz. Unter anderem auch dadurch, dass sie an vielen sehr schönen Berghütten und Wochenend- häuschen vorbei führt. Zudem gibt es in Trivigno das eine oder andere nette Ausflugsrestaurant.

Um In Tirano diese Auffahrt zu finden, biegt man von der SS38 Richtung Bormio rechts in die Via Nicola Lucini ein fährt zirka 1,5 km nach Cologna. Hier biegt man gleich an die erst Straße rechts ab und folgt ihr, bis man auf die Localitá Costamosica stößt. In diese biegt man rechts ein, fährt nach zirka 175 Metern um eine scharfe Links- und nach weiteren 60 Metern um eine scharfe Rechtskurve. Danach geht es nur noch bergauf.

Link: von hier ab geht´s bergab!

Ein sehr nettes Restaurant findet man auch, wenn man vom Passo della Foppa hinunter Richtung Monno fährt. Es liegt nur wenige hundert Meter hinter der Passhöhe und bietet eine willkommene Gelegenheit zur Rast vor der Abfahrt. Für diese gibt es eine legale und eine etwas weniger legale Möglichkeit.

Abfahrt nach Manno

Zirka zwei Kilometer nach der Passhöhe zweigt von der Hauptroute rechts ein sehr schmales, steiles und teilweise noch mit Kopfsteinpflaster ausgebautes Sträßchen ab. Wer sich von dem Sperrschild, das die Durchfahrt nur für autorisierte Personen frei gibt, nicht abschrecken lässt, erlebt eine Weg- strecke, wie sie vor vielen Jahrzehnten in den Alpen üblich war. Die reguläre Strecke wartet dagegen mit einigen schönen Kehren auf, ist aber wesentlich weniger spannend.
 

Link: die alte Straße nach Manno - nicht ganz legal, aber spannend und sowohl landschaftlich als auch fahrer- isch sehr reizvoll!

In der Gegend gibt es übrigens noch mehr interessante alte Militärsträßchen. So führt kürz nach Überquerung des Passo della Foppa (von Mazzo kommend) links eine mehr oder weniger gut asphaltierte Kriegsstraße in östliche Richtung. Der Weg durchquert das Val Varádega, überquert den Passo di Varádega und führt dann weiter zum Col di Val Bighera auf immerhin 2086 m am Ostrand einer Hochebene. Hier erreicht die Straße ihren höchsten Punkt. Die asphaltierte Straße führt weitere 4 km in mehreren Kurven um den Monte Pagano herum. Nach insgesamt 8 km endet die auf den letzten Metern nur noch geschotterte Straße ziemlich plötzlich auf einem kleinen Wendeplatz.

Interessant sind eventuell auch die Strecken, die aus westlicher Richtung her nach Trivigno und zum Passo di Guspessa hinauf führen. Da ich diese aber noch nicht ausprobiert habe, will ich mich hier dazu nicht weiter äußern.

Die oben beschriebenen Strecken habe ich vor kurzem befahren und kann sagen, dass sie überwiegend in gutem Zustand und mit jeder Art von Motorrad befahrbar sind. Allerdings sollte man ein wenig Erfahrung auf Passstraßen mitbringen und keine Angst vor engen und steilen Passagen sowie Spitzkehren haben.

Sollte jemand noch Fragen zu der Gegend haben, eine genauere Tourenbeschreibung oder die GPS-Route für seinen Garmin benötigen, kann er mir eine Email schreiben (Adresse im Impressum).

Allzeit gute und unfallfreie Fahrt!
Hartmut
 

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