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Motorradtour Dolomiten 2008
Monte Grappa, Passo San Boldo, Valle del Mis und Forcella Staulanza

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Die einzige Brücke über den Lago del Corlo
Die einzige Brücke über den Lago del Corlo

Am nächsten Morgen ist Peter als erster auf den Beinen und belädt seine Suzuki GSXF die, wie auch die BMWs, am Vorabend einen Platz in der Garage gefunden hat. Das Wetter sieht sehr gut aus und so starten wir nach einem nicht allzu üppigen Frühstück um kurz vor neun Richtung Osten.

Die SP76, die sich kurven- und kehrenreich über Enego hinunter ins Val Sugana windet, ist genau der richtige Einstieg in den Tag. Im Tal stoßen wir auf eine Schnellstraße, die wir zum Glück schon nach ein paar Kilometern wieder verlassen dürfen. Wir wollen entlang des Torrente Cismo und des Lago del Corlo nach Norden fahren, aber aus irgend einem Grund klappt heute meine Zusammenarbeit mit dem GPS noch nicht so richtig und ich brauche drei Anläufe, bis ich die richtige Einfahrt endlich gefunden habe.

Die Straße entlang der beiden Stauseen ist, vor allem auf den ersten Kilometern, sehr schmal und steil und speziell die erste, sehr enge Spitzkehre macht Peter etwas zu schaffen. Da wir sehr schnell Höhe gewinnen, bekommen wir vom tief im Tal liegenden Torrente Cismo kaum etwas zu sehen. Erst der Lago del Corlo lenkt unseren Blick von der schmalen Straße etwas mehr auf die Landschaft. Ab Rocca ist die Strecke aber leider nicht mehr allzu interessant und als wir kurz darauf auf die SS50bis auffahren, sind wir wieder mitten im Verkehr angekommen.

In meiner Ungeduld, die Schnellstraße wieder zu verlassen, verfahre ich mich (trotz Navi) noch dazu und es dauert noch ein paar Minuten länger, bevor wir bei Santa Lucia auf die SP148 abbiegen können. Auf dieser herrlichen Strecke, die uns hinauf zum Monte Grappa führt, sind wir kilometerweit wieder fast alleine unterwegs. Fast dreißig Kilometer weit genießen wir Kehren, Kurven und herrliche Ausblicke ins Val Sugana und auf die gegenüberliegenden Berge.
 

Blick über das Val Sugana
Blick über das Val Sugana

Der Gipfel des Monte Grappa
Der Gipfel des Monte Grappa

die SP149 bringt jede Menge Fahrspaß

Für eine erste kurze Pause fahren wir den Monte Grappa an, wo zwar ein paar Autos herumstehen, aber trotzdem erfreulich wenig los ist. Wir beschließen, hier gleich noch einmal eine längere Pause einzulegen, vorher allerdings wollen wir die Strecken nach Bassano del Grappa ausprobieren.

Hinunter fahren wir über die SP148, die sich für den Abstieg von dem immerhin 1775 Meter hohen Berg relativ viel Zeit lässt und sich wegen ihres guten Ausbauzustandes für die Abfahrt anbietet. Da wir natürlich gar nicht nach Bassano hinein wollen, biegen wir gleich nach der letzten Kehre links ab und erreichen in Semonzo die SP149, die uns wieder hinauf auf den Monte Grappa bringt.
Links: die SP149 bringt jede Menge Fahrspaß!

Die SP149 weist alleine auf den ersten acht Kilometern zwanzig enge Spitzkehren auf. Da die Straße in einem Topzustand ist und mal wieder kaum Verkehr herrscht, kommen wir trotz der geringen Straßenbreite gut voran und haben jede Menge Spaß!
 

Leider stören Nebelschwaden den Blick ins Tal
Leider stören Nebelschwaden den Blick ins Tal

Der Soldatenfriedhof auf dem Monte Grappa
Der Soldatenfriedhof auf dem Monte Grappa

Single-Track-Road auf dem Monte Grappa

Wieder auf dem Monte Grappa angekommen, legen wir eine ausgiebige Mittagspause ein und verzehren mitgebrachte Brote, Wurst und Käse. Danach genehmigen wir uns noch einen Cappuccino aus dem auf dem Berg befindlichen Rifugio und geniessen das, trotz der aufquellenden Wolken und der deshalb in Richtung Mittelmeer sehr eingeschränkten Sicht, herrliche Wetter.

Nach der Pause fahren wir die SP149 wieder ein kleines Stück talwärts und biegen dann links ab Richtung Alano. Das Sträßchen ist so schmal, das es jeder Single-Track-Road in Schottland alle Ehre machen würde. Es bring uns, vorbei am Monte Pallon, hinunter ins Tal der Piave und nach Valdobbiádene.
Eine Single-Track-Road auf dem Monte Grappa

Von hier aus geht es in flotter Fahrt auf der SP143 den Berg hinauf ... bis die Straße plötzlich auf einem Parkplatz zu enden scheint. Es führt zwar eine, zurzeit noch gesperrte, Strecke weiter aufwärts zum Monte Cesen. Aber die Straße, die wieder hinunter ins Tal führt, finden wir, trotz GPS, erst nach einigen Wendemanövern. Und als wir sie endlich gefunden haben, stellt sie sich als eine nicht enden wollende Aneinanderreihung von Schlaglöchern heraus. Mir schießt während der Abfahrt der Gedanke durch den Kopf und Georg spricht es später aus: die Straße war schlechter zu fahren als der geschotterte Passo della Pianella! Das kann Peter natürlich nicht beurteilen. Aber wie er beim nächsten Halt seine Handgelenke massiert, lässt uns ahnen, dass seine Suzuki für solche Strecken nicht das richtige Moped ist.

Nach der Tortour genießen wir fast die paar Kilometer „über die Dörfer“, bevor wir bei Tovena der Beschilderung zum Passo di San Boldo folgen. Die Anfahrt zu dem, trotz seiner geringen Höhe von nur etwas mehr als 700 Metern, recht bekannten Pass macht wieder sehr viel Spaß. Die Straße ist gut ausgebaut und trocken, der Verkehr ist gering und wir genießen die Schräglagen.
 

Kehrentunnel am Passo di San Boldo

Eine Ampelanlage verhindert Gegenverkehr im Kehrentunnel

Die Kehrentunnel am Passo di San Boldo darf man, dank einer Ampelanlage, ohne Gegenverkehr geniessen!


Warum der San Boldo so bekannt ist, sehen wir nach wenigen Kilometern mit eigenen Augen. Da der Talabschluss für „normale“ Kehren zu eng war, haben die Konstrukteure die Spitzkehren in den Berg verlegt. Das sieht auf den ersten Blick spektakulärer aus, als es sich dann fährt. Da die Durchfahrt durch die Kehrentunnel mit einer Ampelanlage geregelt wird, braucht man mit Gegenverkehr nicht zu rechnen und kann die ganze Breite der Straße ausnutzen. Trotzdem ist die Strecke eine Highlight, das man ruhig mal fahren kann.

Die Kehrentunnel machen den San Boldo zum Erlebnis

Einfahrt zum letzten Tunnel

Die in den Berg verlegten Kehren machen den Passo di San Boldo, trotz seiner geringen Höhe von nur 706 Metern, zu einem ganz besonderem Erlebnis!

Eigentlich sollte es von hier aus, immer auf dem Höhenrücken bleibend, bis Belluno gehen. Aber schon den ganzen Tag spukte uns dreien eine Durchfahrt durch das Valle del Mis im Kopf herum. Die Strecke hatte ich für den Fall, dass der San Boldo nicht „gegangen“ wäre, schon durchgeplant, warum sollten wir sie nun also nicht fahren.

Dank GPS schlängeln wir uns auch relativ flott durch den, in den Ortschaften wieder ziemlich starken, Verkehr und finden bei der Ortschaft Mis den Eingang zum gleichnamigen Tal. Die Fahrt entlang des Stausees führt durch einige Tunnels und ist eigentlich recht langweilig. Erst als der See endet und das Tal sich zum sog. Torrente Mis verengt, wird die Straße wieder kurviger und die Sache interessanter.

Schlucht am Ende des Valle del Mis

An seinem Ende verengt sich das Valle del Mis zu einer Schlucht, in der für die Straße kein Platz mehr ist

Kurz nachdem wir die Schlucht verlassen haben, fängt es zunächst leicht zu regnen an. Während wir uns die Regenkombis anziehen, verstärkt sich der Regen und nach kurzer Zeit zucken rund um uns Blitze und der Donner hallt von den Bergwänden zurück. An eine Weiterfahrt ist bei diesen Bedingungen nicht zu denken, schon gar nicht über den Passo Duran.

Nach einer knappen halben Stunde hat sich das Gewitter so weit verzogen, dass wir weiter können. Allerdings nicht wie geplant über den Passo Duran, da in diese Richtung zur Zeit die dunkelsten Wolken hängen. Und auch Richtung Belluno ist der Himmel rabenschwarz und verheißt nichts Gutes. Kurz entschlossen und ohne nachzufragen entscheide ich mich für den Weg nach Norden, da dort die Wolken am hellsten aussehen. Und tatsächlich fahren wir schon am Lago d´ Alleghe entlang wieder auf trockener Straße. Auch wenn es am 1773 Meter hohen Forcella Staulanza so kalt ist, dass wir noch nicht einmal zu einem Passfoto anhalten, war es offensichtlich die richtige Entscheidung.

Als wir durch Pianaz bergab rollen, versperren uns aber schon wieder dunkle Regenwolken den Weg. Hier oben gibt es zwar viele Hotels, aber die meisten haben in der Zwischensaison geschlossen. Aus dem Augenwinkel sehe ich ein „Apperto“-Schild und halte vor der „Albergo al Sole“ an. Die Herberge ist zwar mit Arbeitern fast voll belegt, aber wir haben Glück und bekommen noch ein Dreibettzimmer für uns und einen Garagenplatz für die Motorräder. Und da das Abendessen gut und reichlich ist, verschmerzen wir es, dass wir vom eigentlichen Ziel der heutigen Etappe gute 120 Kilometer entfernt sind. Allerdings bedeutet das auch, dass wir unsere morgige Tour entsprechend kürzen und umstellen müssen.
 

Der unten dargestellte Track ist bei “GPSies” abgelegt und kann hier genauer (z.B. Höhenprofil) betrachtet werden. Die Karte ist interaktiv, so dass man zwischen Gelände-, Karten- und Satelliten-Darstellung umschalten und auch den Maßstab ändern kann. Der Track kann auch in verschiedenen Formaten herunter geladen oder ausgedruckt werden.

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